In der Rubrik Tipps und Tricks hatte ich ja schon auf die Vorteile eines dynamischen Stromtarifs verwiesen.
Um diesen zu nutzen benötigt Ihr eine iMSys.
Wer mehr als 6 MW p.a. Stromverbrauch, oder eine PV Anlage >6 kWhp zu Hause hat, dessen Stromzähler muss zeitnah ab 1.1.2025 durch ein intelligentes Messsystem (iMSys) ausgetauscht werden.
Soweit die Theorie. Theoretisch wird Euch also irgendwann euer Netzbetreiber anschreiben wegen des Austauschs.
Wenn Ihr nicht unter diese Kategorie fallt, oder kein Anschreiben zum Austausch bekommen habt, dann könnt Ihr auch direkt euren Netzbetreiber anschreiben
Unabhängig von den obigen Voraussetzungen kann jeder Haushalt ein iMSys bei seinem Netzbetreiber beantragen. Dieser muss dann zeitnah einen Austausch vornehmen.
Leider hat die Politik nicht vorgegeben, was das Wort „zeitnah“ denn bedeutet? Für Anspruchsberechtigte schreibt die Bundesnetzagentur, dass die Umsetzung innerhalb 3 Monate nach Antrag erfolgt sein soll.
Nun falle ich selbst leider nicht unter die Kategorie der Antragsberechtigten. Dabei macht ein iMSys gerade dann Sinn, wenn man keinen riesigen Fuhrpark mit diesem hohen Stromverbrauch zuhause hat und keine große PV-Anlage sein Eigen nennt. Ich habe also am 1.1.2025 bei meinem lokalen Netzbetreiber einen Antrag gestellt – und natürlich war nach 12 Monaten keinerlei Bewegung in dieser Beantragung. Stattdessen erhält man solche Auskünfte:
Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass die Umsetzung noch dauern kann, da wir erst die antragsberechtigten Installationen vorziehen müssen.
Ist ja schön und gut, aber nachdem nach 15 Monaten immer noch keine Rückmeldung kam, habe ich dann eine Beschwerde bei der Bundesnetzagentur eingereicht. 15 Monate sind für mich nicht gerade „zeitnah“!
Und wen wundert es: Keine 2 Wochen nach Einreichung erhalte ich einen Termin für die Installation
Installation iMSys
Also dachte ich: „Endlich“! – aber weit gefehlt. Am Tag des Einbaus kam um die vereinbarte Zeit tatsächlich ein Techniker meines lokalen Netzbetreibers. Aber:
Der Austausch eines Stromzählers durch ein intelligentes Messsystem erfordert, dass vor Ort ein Internetzugang vorhanden ist.
Das wusste ich natürlich vorher, aber: Mein Netzbetreiber unterstützt weder WLAN noch LAN. Und natürlich ist mein Stromzähler in einem fensterlosen Raum im Keller – und nun ratet mal wie gut da die Mobilfunkversorgung ist? Richtig – Null, Nada, niente…..
Zwar nutzt der Netzbetreiber eine Roaming-SIM Karte, also eine Karte die automatisch das leistungsfähigste, verfügbare Netz nutzt, aber das nutzt im Keller auch nichts. Ich rate Euch daher: Schaut, ob ihr am Einbauort Mobilfunkempfang habt – das kann man mit Tools wie „Network Signal Info“ ausprobieren (allerdings nur für den eigenen Provider). Schaut man sich ausserdem typische Stromschränke an, so sieht man, dass diese in der Regel aus Metall sind, und wer ein wenig sich mit Physik auskennt, weiss, dass ein Metallkäfig als Faradayscher Käfig wirkt und keine Funkwellen hindurch lässt. Also selbst wenn Ihr Euren Stromkasten auf dem Dachboden stehen habt mit Vollausschlag beim Mobilfunkempfang ist das keine Garantie, dass der Empfang innerhalb des Kastens auch noch funktioniert.
Nun gibt es aber netterweise einen Antennenanschluss für eine externe Antenne und wenn ihr Glück habt, dann stellt Euch Euer Netzbetreiber entsprechendes Antennenkabel zur Verfügung. Für die Verlegung des Kabels an die Aussenwand seid Ihr aber selbst zuständig!
Wenn kein Mobilfunkempfang im Keller möglich ist, muss man eigenständig ein Antennenkabel zu einem Empfangsbereich (meist ausserhalb des Hauses) verlegen.
Ich hatte von meinem Betreiber ein Kabel mit solch einem Anschluss erhalten. Fragt Euren Betreiber auch, ob er am geplanten Ort der Antenne (in der Regel ausserhalb des Hauses) eine Messung der Empfangswerte durchführen kann. Ich hatte – nachdem der Empfangswert gut ausgesehen hat – ein 20m Kabel vom Netzbetreiber mit diesem Anschluss erhalten:
Und wer jetzt nicht gleich eine Kernbohrung mit einem 18er Bohrer machen will, der kann zumindest die Ecken dieses klobigen Anschlusses abfeilen und kommt dann immerhin mit einem 12er Bohrer hin.
Ich hatte glücklicherweise vom Stromkasten Kabelkanäle zum Heizungskeller liegen und konnte durch die Belüftung der Heizungsanlage eine Verbindung nach Aussen legen. Diese Verbindung ist nicht ideal, aber es reichte um einen erneuten Termin mit dem Netzbetreiber zu vereinbaren.
Stellt die Antenne während der Installation der Anlage senkrecht oder montiert diese soweit oben wie möglich und nicht am Boden.
Bei der Installation werden sehr umfangreiche Empfangstests gemacht – m.E. mehr als wirklich erforderlich sind. Und wenn man sieht, wo bei mir die Aussenantenne sitzt, dann versteht man, warum ich diese anfangs einfach mittels Clip an der Wand montiert hatte und nach Installation der Anlage wieder auf dem Boden habe verschwinden lassen.
Allerdings: Wenn jetzt der Empfangspegel von allen Providern (bei mir war Vodafone stärker als Telekom), unter ein (mir unbekanntes) Minimum sinkt, dann kann es sein, dass das iMSys die Verbindung zum Netzbetreiber verliert. Standardmässig wird einmal pro Stunde der aktuelle Verbrauchswert zum Netzbetreiber geschickt.
Kann man das am Gerät sehen? Ja, aber erst nach ca. 24h. Da das Gerät auch temporär z.B. wegen Nebels schlechten Empfang haben könnte, gilt der Empfang erst nach 24 Versuchen als dauerhaft gestört (so zumindest die Aussage des Technikers – vielleicht habt Ihr andere Erfahrungen?).
Lasst Euch bei der Installation erklären, wie Ihr Fehler im Empfangspegel erkennen könnt.
Bei meinem Gerät sieht das so aus:

- Die PWR LED ist klar – die zeigt die Betriebsbereitschaft des Geräts.
- TLS leuchtet dauerhaft wenn eine Verbindung zum Messstellenbetreiber besteht
- LMC leuchtet wenn mindestens eine Information über das Netzwerk empfangen wurde (z.B. Systemzeit)
- wMT, wireless M-Bus, ist normalerweise aus
Leider muss man schon sehr genau schauen, um den Unterschied zwischen Ein und Aus-Zustand der LED zu sehen, aber TLS war hier aus und das hat mich dann doch irritiert. Genauere Analyse zeigt:
TLS leuchtet erst dann dauerhaft wenn die Zertifikate vom Netzbetreiber auf das iMSys aufgespielt wurden. Das kann mehrere Werktage dauern
Da dies ein manueller Prozess ist, kann es also durchaus 1-2 Wochen dauern, bis die LED TLS aktiv leuchtet. Macht sie das nicht, so gibt es 2 Möglichkeiten:
- Die Verbindung zum Mobilfunknetz ist dauerhaft gestört
- Der Netzbetreiber hat das Gerät noch oder fehlerhaft noch nicht in seinem System registriert.
Für letzteren Fall kann man seinen Netzbetreiber anschreibend1abei sowohl die Nummer des Stromzählers (die steht oben), als auch die Nummer des iMSys (die steht über den LEDs) nennen- letzer Fall wird erst nach mehreren Wochen bekannt werden, wenn das System beim Betreiber als Störfall angesehen wird und er (irgendwann) wegen einer Störung bei Euch vorbeischaut.
Aktuell leuchtet bei mir erstmal noch nichts und ich bin in Warteposition – mal schauen ob sich der LED Zustand in den nächsten Wochen ändert…..
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- 1abei sowohl die Nummer des Stromzählers (die steht oben), als auch die Nummer des iMSys (die steht über den LEDs) nennen-

